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Alexa, Siri & Co

Quelle: rahul Chakraborty / unsplash.com CC0

„Computer, brauche ich morgen einen Regenschirm?“ Seit einigen Jahren nimmt die Zahl der Sprachassistenten deren Nutzung und Verfügbarkeit deutlich zu. Neben Smartphones ist der digitale Assistent aus vielen Wohnzimmern inzwischen nicht mehr wegzudenken. Zu einfach und zu bequem ist es eine Frage in den Raum zu stellen und sofort die passende Antwort zu bekommen.

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Die Aufgabe, das gesprochene Wort zu erkennen und zu verstehen was die Wortzusammenstellungen bedeuten, ist wesentlich schwerer als eine manuelle Suche über den Browser. Um die Sprachbarriere zu überwinden, senden die Sprachassistenten eine Aufzeichnung des Gesagten an ein Rechenzentrum des jeweiligen Konzerns, wo die Sprache ausgewertet wird. Als Grund für die Übertragung (anstelle einer Spracherkennung auf dem Endgerät) werden immer die ungenügende Performance und die schlechten Ergebnisse genannt. Diese Auslagerung führt nicht nur zu einen höheren Datenaufkommen, sondern auch zu rechtlichen Konsequenzen, da die Rechenzentren in den meisten Fällen nicht im eigenen Land stehen. Jegliche Informationen, die man mit der eigenen Sprache auf den Weg schickt, werden also außerhalb der unmittelbaren Kontrolle gespeichert und verarbeitet. Es liegt durchaus im Bereich des Möglichen, von unbekannten Mitarbeitern in Rechenzentren in Ländern überwacht zu werden, in denen möglicherweise andere Datenschutzgesetze gelten.

Was passiert mit meinen Daten ?

Quelle: LfDI Rheinland-Pfalz
CC BY 4.0

Die eigenen Daten werden nicht einfach wieder gelöscht, sondern permanent gespeichert um  Nutzerprofile zu bilden. Verschiedene Firmen geben dies sogar zu und sagen, dass zwar einerseits die Informationen der Spracheigenheit wie etwa Akzente, Satzmelodie, Rhythmus und Sprechtempo des Benutzers gespeichert und verarbeitet werden, diese Informationen aber andererseits zur Verbesserung der Geräteinteraktion genutzt werden. Allerdings gibt es heute bereits Softwareprogramme, die Anhand der Sprache ein detailliertes psychologisches Profil des Menschen erstellen können, die auch das Verhalten vorhersagen. Solche Profile sind viel Wert, besonders im Hinblick auf personalisierte Werbung und die damit verbundenen Werbeeinnahmen.

Die eigene Sprache ist ein biometrisches Merkmal und genau wie ein Fingerabdruck oder die Iris einzigartig. Schon heute kann man sich mit der Sprache ausweisen z.B. bei telefonischen Beratungsterminen. Dass Sprache auch zur Überwachung und sogar zur Überführung von Straftätern genutzt werden kann, zeigt Amazons Sprachassistent „Alexa“, der in den USA Nutzerdaten an das FBI und vermutlich auch an die CIA weitergibt. Im Hinblick darauf sollte man sehr bedacht mit den eigenen Anfragen an den digitalen Assistenten umgehen da auch aus den gespeicherten Sprachaufnahmen Aussagen zusammengeschnitten werden könnten, die so nicht gesagt wurden und belastend seien könnten.

Tipps zum Umgang mit Sprachassistenten

  • Schalte den Sprachassistenten immer aus, wenn du die Wohnung verlässt oder du ihn nicht brauchst.
  • Kontrolliere und lösche regelmäßig dein Anfrageprofil, dass du im Internet oder der App einsehen kannst.
  • Wenn du dir zusätzliche „Skills“ für deinen digitalen Assistenten herunterlädst, achte darauf, dass du nur Programme von vertrauenswürdigen Anbietern hinzufügst.

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