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Warum Datenschutz bei Facebook?

 

Für Facebook bist du ein offenes Buch

Facebook bietet dir tolle Möglichkeiten. Es hat aber auch weniger gute Seiten. Es sammelt und speichert eine Menge Daten von seinen Mitgliedern, und zwar nicht nur für kurze Zeit, sondern auf Dauer. Dabei handelt es sich um Daten:

  • die du selbst postest,
  • die über die Aktivitäten deiner Freunde mit dir verknüpft sind,
  • die entstehen, wenn du dich im Netz oder auf Facebook bewegst,
  • die dein Smartphone verrät, z.B. deinen Aufenthaltsort.

Auch mit Hilfe des Like-Buttons und des Einsatzes von Cookies werden Daten über dich gesammelt, selbst wenn du nicht bei Facebook eingeloggt oder angemeldet bist. Dabei musst du den Like-Button noch nicht einmal anklicken. Es reicht, wenn du eine Seite anschaust, auf welcher der Like-Button zu finden ist. Und ein einfaches Handyfoto, das du in dein Profil lädst, verrät, wo und wann du diese Aufnahme gemacht hast.


Tipp

Browserplugins, wie z.B. Adblock Plus, Ghostery oder uBlock Origin, können diese Cookies blockieren und die Datensammlung von Facebook stören.


Diese Daten sind aber nicht alles, was Facebook über dich weiß. Sie sind nur die Grundlage für weitere Analysen zu deiner Person. Allein ein Blick auf die Likes in deinem Profil ermöglicht Facebook ziemlich genaue Aussagen darüber, ob du Alkohol trinkst oder Drogen nimmst, ob du in einer Beziehung bist oder ob deine Eltern getrennt sind, ob du besonders intelligent oder nur durchschnittlich begabt bist. Mit Hilfe mathematischer Berechnungen ist Facebook sogar in der Lage, Voraussagen über deine Vorlieben, deine Pläne und dein künftiges Leben zu treffen. Face-BOOK stellt dir also nicht nur ein digitales Buch zur Verfügung, in das du Wichtiges und Unwichtiges eintragen kannst. Du selbst bist das Buch und zwar ein ganz offenes, in dem viele mitlesen können.

Viele lesen mit

Du meinst: ich habe ja nichts zu verbergen. Und du fragst: wen interessiert schon, was ich bei Facebook mache? Deine Eltern interessiert, wer deine Freunde sind und ob du gerade in einer Beziehung bist. Deine Lehrer, ob du nachts bis 2 Uhr auf Facebook aktiv warst und deshalb wohl die Hausaufgaben nicht gemacht hast. Deine Ausbilder, ob du wirklich krank zu Hause oder mit deinen Freunden in der Stadt shoppen bist. Deinen Vermieter, ob du rauchst, laute Partys feierst oder ein Haustier hast. Scientology, Neonazis, verfassungsfeindliche Organisationen, woran du glaubst oder wo du politisch stehst, um dich als Mitglied anzuwerben. Versicherungen, welches Risiko sie mit dir eingehen, weil du bestimmte Vorerkrankungen hast oder Extremsportarten betreibst. Auch dein zukünftiger Arbeitgeber wird sich dein Facebook-Profil vor dem Vorstellungsgespräch ansehen. Sie alle haben ein Interesse an deinen Daten und können – ganz legal – zumindest einen Blick in dein öffentliches Profil werfen. Big Brother is watching you.

Die Datensammlungen von Facebook sind auch für staatliche Stellen interessant. Z.B. verschaffen sich die Geheimdienste Zugang zu:

  • Postings,
  • Kommentaren,
  • persönlichen Nachrichten,
  • Fotos, Chats, etc.

Deshalb kann es auch passieren, dass du dich bei der Einreise in New York am Flughafen dafür rechtfertigen musst, was du einmal auf Facebook gepostet hast. Übrigens: Auch unsere Polizei läuft auf Facebook Streife, um mit Hilfe von Facebook-Daten Straftaten aufzuklären und die Ordnungsämter suchen nach bestimmten Fotos, um Verkehrssünder zu überführen.

Werbung auf Facebook

Grafik eines Einkaufwagens
Quelle: © Windorias / pixelio.de

Facebook nutzt sein Wissen über dich und seine anderen Mitglieder, um für Unternehmen Werbung zu betreiben, und zwar genau auf die Personenkreise zugeschnitten, die Interesse an den jeweiligen Produkten haben. Je mehr Facebook von dir weiß, desto gezielter ist die Werbung und desto größer der Gewinn. Das mag für dich verlockend sein, weil du nur noch Werbung erhältst, die dich interessiert. Aber es funktioniert auf Dauer nur, wenn Facebook von allen seinen Mitgliedern möglichst alles weiß. „Wir wollen dein ganzes Leben“, sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg bei der Vorstellung der Chronik.

Tipp:

Wenn du verhindern willst, dass Facebook allzu viel Wissen und Macht über dich erhält, solltest du ein paar Spielregeln beachten:

  • Lege dir ein Pseudonym zu. Du hast laut Telemediengesetz ein Recht darauf, auch wenn Facebook deinen richtigen Namen will.

  • Sei sparsam mit deinen Daten, und fülle bei der Anmeldung nur die wirklich nötigsten Angaben aus.

  • Verwende ein Profilfoto, auf dem du nicht erkennbar bist.

  • Denke nach, bevor du etwas postest und logge dich regelmäßig bei Facebook aus, wenn du weiter im Internet unterwegs bist.

  • Nimm deine Rechte war. Frage Facebook, was über dich gespeichert ist. Das machst du über: "Privatsphäre-Einstellungen" und "Allgemein".

  • Lade eine Kopie deiner Facebookdaten herunter (dazu musst du dich mit deinem Facebook-Login anmelden). Du wirst über den Umfang überrascht sein.

  • Nutze Browser-Erweiterungen, welche die Einbindung von Like-Buttons auf anderen Seiten verhindern.

Weitere Informationen

Was du über Facebook wissen solltest

Flyer "Was du über Facebook wissen solltest"

Facebook und andere Netzwerke
von: klicksafe.de

Wem gehören meine Daten?
von: irights.info

„Like me – Jeder klick zählt“
von: klicksafe.de

Soziale Netzwerke
von: internet-abc.de

Adblock Plus blockiert neues Facebook-Werbetracking
von: heise.de

Fakten zur WhatsApp-Übernahme: Facebook kauft ein Telefonnummernverzeichnis
von: iphone-ticker.de

Alles Facebook - Flyer
von: saferinternet.at

Facebook? Wie uncool!
von: welt.de

selbst & bewusst. Tipps für den persönlichen Datenschutz bei Facebook
von: datenschutz-hamburg.de

Das solltet ihr über die neuen Facebook-AGB wissen
von: br.de

Die perfekte Zielgruppendefinition als Infografik
von: allfacebook.de