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Selbstdatenschutz bei Smartphones & Co.

Smartphone mit Spion auf dem Display ragt aus Hosentasche

Smartphones sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Diese mobilen Helfer sind quasi ständig online und auf ihnen werden sehr persönliche Daten erzeugt und gespeichert, aber sie fallen auch ganz ohne eigenes Zutun an. Eine grundsätzliche Einführung in das Thema findest du hier.

Nachfolgend noch einige Tipps, wie du auch den Datenschutz in deiner Hosentasche verbessern kannst.

Zugangssicherung

Damit dein Smartphone oder Tablet nicht ohne deine Zustimmung von anderen genutzt werden kann und auch im Falle eines Diebstahls oder Verlusts geschützt ist, solltest du möglichst den Zugriff auf dein Gerät absichern. Solch eine Zugangssicherung kannst du auf verschiedene Art und Weise einrichten: entweder du stellst ein Passwort oder eine PIN ein oder du legst ein bestimmtes Muster fest, welches man auf dem Bildschirm zeichnen muss, um das Gerät nutzen zu können. Ebenso kann man heutzutage das Gerät per Fingerabdruckscanner entsperren oder durch eine Gesichtserkennung. 

Allerdings solltest du bei all diesen Möglichkeiten des Zugriffsschutzes ein paar Tipps beachten:

  • Eine PIN oder ein Passwort sollte möglichst nicht leicht zu erraten sein, so dass du es unbefugten Dritten schwer machst, diese Kombination zu erraten. Nutze also möglichst keine Namen oder Daten von dir, welche auch viele andere Leute kennen (z.B. der Name deiner Straße oder deines Haustiers, der besten Freundin oder dein Geburtsdatum). Nimm stattdessen lieber eine Kombination, an die du dich erinnern kannst, auf die andere Leute jedoch nicht schnell kommen. Tipps zur Passwortgestaltung findest du auch hier auf Youngdata.
  • Wenn du dein Display mit einem Zeichenmuster oder einer Wischbewegung entsperrst, dann denke daran, auch regelmäßig dein Display mal komplett abzuwischen. Denn ansonsten können andere dein Handy schnell entsperren, indem sie es einfach gegen das Licht halten und so sehen können, welche Muster dort erkennbar sind. Dies sind typischerweise die Muster die du oft eingibst… Also eben genau das Muster, welches du auch zum Entsperren nutzt

  • Wenn du hingegen dein Gerät durch einen Fingerabdruck oder per Gesichtserkennung absicherst, dann denk daran, dass es sich hierbei um sehr sensible, persönliche – so genannte „biometrische Daten“ – handelt. Es ist zwar unwahrscheinlich, aber wenn solche Daten gestohlen werden und in falsche Hände geraten, kann damit auch viel Schaden angerichtet werden. Im schlimmsten Fall könnten sich andere Personen über den Fingerabdruck oder die Gesichtserkennung sogar für dich ausgeben und damit deine Identität „stehlen“. Außerdem bieten diese Techniken auch keinen völligen Schutz, da schon mehrfach nachgewiesen wurde, dass Geräte trotz Sperre per Fingerabdruck oder Gesichtserkennung auch von unbefugten Dritten entsperrt werden konnten.

Automatisches WLAN verbinden ausschalten

Um zu verhindern, dass sich dein Gerät (egal ob Smartphone, Tablet oder Computer) automatisch mit WLANs in der Nähe verbindet, solltest du stets darauf achten, dass die WLAN-Funktion am Gerät nur eingeschaltet ist, wenn du diese auch wirklich brauchst. Denn wenn die Funktion immer eingeschaltet ist, sucht dein Gerät permanent nach Funknetzwerken in deiner Nähe und dies verbraucht zusätzlich Energie, so dass dein Akku schneller alle ist. Außerdem sendet dein Gerät dann auch permanent technische Informationen aus, welche von WLAN-Netzwerken benötigt werden, um eine Verbindung herstellen zu können. Diese können von potentiellen Angreifern abgefangen und missbraucht werden. Ähnlich verhält es sich übrigens auch, wenn du Bluetooth benutzt, auch hierbei sendet dein Gerät permanent Informationen aus und die Funktion verbraucht nur unnötig Energie, solange du sie nicht wirklich brauchst. Die Gefahr ist zwar eher gering, dass jemand versucht, dich aufgrund deiner WLAN- oder Bluetooth-Kennung anzugreifen, aber es kann nicht völlig ausgeschlossen werden. Solange du also keine Verbindung per WLAN oder Bluetooth herstellen willst, solltest du die jeweilige Funktion lieber abschalten. Dies schont deinen Akku und verschafft dir auch etwas mehr Sicherheit gegen Angriffe auf dein Gerät.

Außerdem hast du dann den Vorteil, dass du dich auch anonymer bewegen kannst, denn immer mehr Geschäfte haben heutzutage Technik verbaut, die es ermöglicht, anhand von WLAN-Signalen nachzuvollziehen, wo die Kunden sich befinden und wie sie sich im Laden bewegen. Mitunter nutzen Firmen diese Informationen, um dich als Kunden besser analysieren zu können oder dir mitunter auch direkt im Geschäft Werbung und Rabattgutscheine auf dein Handy zu senden. Dies kann mitunter nützlich sein, wenn du dadurch Geld sparst, allerdings gibst du dadurch auch immer ein paar mehr Informationen über dich und deine Kaufgewohnheiten preis. Überlege dir also stets gut, ob die Vorteile gegenüber möglichen Nachteilen überwiegen. 

Die Funktion zum Abschalten der WLAN- oder Bluetooth-Funktion findest du bei fast allen aktuellen Geräten immer meist direkt immer Schnellzugriff-Menü oder auch in den allgemeinen Einstellungen.

Mails: Grafiken runterladen deaktivieren

In E-Mails sind meist auch Grafiken enthalten. Bei Smartphones und Tablets kannst du oft wählen, ob du beim Abruf deiner E-Mails auch gleich die Grafiken mit herunterladen willst. Diese Funktion dient einerseits dazu, keine unnötigen Kosten durch mobile Daten entstehen zu lassen, da nicht jeder eine Datenflat hat. Zum anderen dient dies jedoch auch dem Schutz deiner Privatsphäre, da beim Abruf der Grafiken auch einige technische Daten übertragen werden.

Screenshot iOS: Nachladen von Bildern in Mails deaktivieren

Anhand derer kann der Absender der Mail mitunter z.B. erkennen, ob du die E-Mail gelesen hast, wann du dies getan hast, aus welchem Land du auf deine E-Mails zugegriffen hast, wie lange du die E-Mail geöffnet hattest und vieles mehr. Wenn du dies nicht möchtest, solltest du möglichst einstellen, dass E-Mails immer erst einmal ohne Grafiken heruntergeladen werden. So kannst du den Text in der E-Mail meist lesen, ohne dass du weitere Daten über dich verrätst.


Wie du Mails unter iOS das automatische Herunterladen von Bildern abgewöhnst zeigt der Screenshot rechts.

Betriebssystemeinstellungen (GPS, Standardeinstellungen zur Privatsphäre, etc.)

Überprüfe ruhig einmal die Einstellungen auf deinem Gerät in allen Bereichen, sofern du dies nicht bereits gemacht hast. Denn oftmals sind standardmäßig viele Funktionen aktiviert, die du gar nicht unbedingt alle immer brauchst. Dies führt nicht nur dazu, dass durch die zahlreichen Dienste, die im Hintergrund auf deinem Gerät laufen, der Akku schneller alle ist, sondern auch dazu, dass mehr Daten über dich und deine Nutzung des Geräts erfasst werden als nötig.

So sind bei vielen modernen Smartphones und Tablets standardmäßig Funktionen wie z.B. Bluetooth, NFC, WLAN und GPS (Ortungsdienste) aktiviert. All diese Funktionen können hilfreich sein, andererseits tragen sie aber auch dazu bei, dass der Hersteller deines Geräts und die Anbieter von Apps mehr Informationen erhalten als unbedingt nötig. Achte daher darauf, dass möglichst nur die Funktionen aktiviert sind, die du auch wirklich brauchst und nutzt. Funktionen, die man nur gelegentlich benötigt, wie z.B. Bluetooth oder GPS (Ortungsdienste) kannst du ja jeweils einschalten, wenn du sie für eine App brauchst und danach wieder ausmachen. So kannst du dein Gerät trotzdem im vollen Umfang nutzen und schützt gleichzeitig deine Privatsphäre! Toll, nicht wahr?

Tipps und Hinweise findest du hier zu iOS und hier zu Android.

Um herauszufinden, was die Apps auf deinem Handy dürfen, gibt es einige nützliche Tools.

Tipp:

Die Android-App aSpotCat, die dir alle Apps nach Berechtigung auflistet und dir hilft, schädliche Apps zu ermitteln. Leider ist uns kein vergleichbares Angebot für iOS bekannt.