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WhatsApp: Gruppenchats für Fremde zugänglich

Quelle: arivera / pixabay.com Lizenz

Den meisten WhatsApp-Nutzern dürfte bekannt sein, dass der Messenger zwei Möglichkeiten anbietet, einer Gruppe Mitglieder hinzuzufügen: Entweder wählt man selbst die gewünschten Teilnehmer einzeln aus den Kontakten aus, oder man entscheidet sich für die komfortablere Variante und verschickt einen Einladungslink an alle Teilnehmer, über den diese dann selbst beitreten können.
Normalerweise sollten solche Einladungslinks natürlich nicht für jede beliebige Person im Internet zugänglich sein, sondern ausschließlich für diejenigen, denen sie zugeschickt wurden. Bis vor kurzem sind allerdings zahlreiche dieser Links öffentlich über Google zu finden gewesen. Suchanfragen wie etwa „site:chat.whatsapp.com“ führten zu mehreren Hunderttausend Einladungslinks, über die jeder die Möglichkeit hatte, den entsprechenden Gruppen beizutreten. Wer dies tat, konnte unter anderem die Handynummern aller Teilnehmer, nicht aber die bisherige Chat-Historie der Gruppe sehen. Der Journalist Jordan Wildon machte über Twitter auf dieses Sicherheitsproblem aufmerksam.
Ein weiterer Twitter-Nutzer hatte das Problem bereits einige Monate zuvor an Facebook gemeldet und berichtete, dass der Konzern, der 2014 WhatsApp übernommen hat, die öffentlich zugänglichen Links als „bewusste Produktentscheidung“ bezeichnet, und das Problem nicht bei sich, sondern bei Google sieht.
Mittlerweile findet man über die Google-Suche zwar keine Einladungslinks mehr, über andere Suchmaschinen aber schon.
Wer also nicht riskieren will, dass Fremde an privaten WhatsApp-Unterhaltungen teilhaben können, der sollte beim Erstellen von Gruppen in Zukunft lieber selbst die gewünschten Teilnehmer hinzufügen.

Mehr Informationen:
heise.de
süddeutsche.de