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Was wissen E-Scooter-Verleiher über dich?

Quelle: KristofTopolewski / pixabay.com Lizenz

Wer E-Scooter fahren will, muss zunächst einmal eine entsprechende App auf seinem Smartphone installieren, über die man sich beim Verleiher registriert und in der man seine Zahlungsdaten hinterlegen muss. Die App sammelt neben notwendigen Daten, wie der Handynummer und der E-Mail-Adresse jedoch auch beispielsweise die genauen Smartphone-Konfigurationen, die anschließend an die Verleiher übertragen werden und ihnen ermöglichen, einzelne Smartphones zu identifizieren. Der Verleiher weiß über jeden Ausleihvorgang Bescheid und kann somit genau sehen, wo sich der Kunde zu welcher Zeit befindet und wohin er gefahren ist. Diese Informationen lassen auf gewisse Nutzungsgewohnheiten des jeweiligen Kunden schließen. Laut eines Berichts der Verbraucherzentrale (Bundesverband) können diese persönlichen Daten „ohne die Zustimmung des Kunden zum Beispiel für Werbezwecke genutzt werden.“
Zudem wird in den E-Scooter-Apps anhand von sogenannten „Trackern“ mitgelesen, wie genau die App benutzt wird. Aber nicht nur der Verleiher selbst erhält zahlreiche Informationen. In allen Apps sind auch Tracker von Google, Facebook und anderen "Trittbrettfahrern" integriert. Diese werden so auch über die Nutzungsgewohnheiten informiert und können ihre vorhandenen Profile über die Nutzer anreichern. Auch bleibt unklar, welche Daten genau erfasst werden und zu welchem Zweck sie genutzt oder weitergegeben werden. Laut der Stiftung Warentest sind diese Apps „darauf ausgelegt, viele Nutzerdaten einzusammeln.“
Bereits vor dem Download der E-Scooter-Apps sollte also darauf geachtet werden, die AGBs genau durchzulesen.

Wer mehr wissen möchte, kann von seinen Betroffenenrechten nach der Datenschutz-Grundverordnung, wie etwa dem Auskunftsrecht Gebrauch machen. Mehr Informationen hierzu bei Youngdata.

Dass nicht nur bezüglich der Verkehrssicherheit, sondern auch im Bereich Datensicherheit Aufmerksamkeit geboten ist, zeigt die Datenpanne des schwedischen E-Scooter-Verleihers Voi, der mittlerweile auch in Deutschland aktiv ist: Im Frühjahr 2019 standen hunderttausende Nutzerdaten im Netz (www.br.de).

Eine Zusammenfassung der Datenschutzproblematik gibt der HmbBfDI in seiner Pressemitteilung vom 13.09.2019.

Weitere Informationen:

  • „E-Scooter: Gravierende Lücken im Kleingedruckten“ auf www.vzbz.de
  • „Stiftung Warentest testet E-Scooter: Nutzende zahlen hohe Gebühren und dazu mit ihren Daten“ auf netzpolitik.org
  • „Stiftung Warentest: E-Scooter sammeln mehr Daten als nötig“ auf www.br.de
  • „E-Scooter: Die neue Datensammelmaschine“ auf blog.wdr.de