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Ich sehe was, was du nicht siehst

Quelle: mohamed_hassan / pixabay.com Lizenz

Lineares Fernsehen ist nicht nur für viele Jugendliche nur noch schwer vorstellbar. Längst sind Streaming Dienste wie Netflix, Amazon Prime Video oder maxdome zur bequemen Normalität geworden. Man zahlt und bleibt auch von nerviger Werbung verschont. Dass der Dienst weiß, was man geschaut hat, dürfte jedem klar sein, schließlich will man ja auch vernünftige Vorschläge zum Weiterschauen bekommen, wenn man am Ende einer Serie angelangt ist. 

Die Informationen, die der Anbieter über seine Nutzer sammelt, gehen jedoch weit über die Tatsache, dass man etwas angeschaut und wie man es bewertet hat, hinaus. Dies hat die Netzaktivistin Katharina Nocun herausgefunden und darüber auf der re:publica berichtet. Seit dem Wirksamwerden der Datenschutz-Grundverordnung, sind Unternehmen verpflichtet, die über die Nutzer gespeicherten Daten auf Nachfrage an diese herauszugeben. Auf Grundlage der über sie bei Netflix gespeicherten Daten konnte sie sehen, was alles im Detail über ihre Nutzung festgehalten wurde und was sich daraus ableiten lässt. Und das ist nicht gerade wenig: IP-Adressen, Endgeräte, Geschautes, Bewertungen, damit war zu rechnen. Aber auch Abbrüche, Trailer, Pausen, Sprünge, Suchbegriffe also jeder "Klick" wird dauerhaft gespeichert. Dass sich daraus Orte, (Genre-) Vorlieben, Stimmungen, Tagesabläufe und vieles mehr ablesen lassen, liegt auf der Hand. 

Noch tiefere Einblicke in die Psyche des Zuschauers erhält Netflix etwa bei interaktiven Formaten, wie Black-Mirror Bandersnatch. Hier trifft der Zuschauer viele Entscheidungen, die den Fortgang der Handlung beeinflussen. Von der Frage nach den Frühstücksflocken bis hin zur Frage, ob der Protagonist seinen Vater umbringen soll... Auch hier wird natürlich alles festgehalten, ähnlich wie dies auch bei Videospielen der Fall ist.

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