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Google greift nach Spielerdaten

© Thomas Plaßmann

Neben altbekannten Verkaufsplattformen für Computerspiele wie Steam, Uplay oder Origin, etablieren sich zunehmend sogenannte Spiele-Streaming Dienste. Das bedeutet, die Spiele starten nicht mehr zu Hause auf der Konsole oder dem Computer, sondern auf einem entfernten Server in der Cloud. Ganz ohne Hardware geht es natürlich nicht: Für den Anschluss am Fernseher werden in der Regel Zusatzkomponenten zur Bildübertragung auf den Fernseher oder auch Controller benötigt. Weil das Spiel - ähnlich einem Video auf YouTube - in Echtzeit zu euch gestreamt wird, benötigt ihr eine ausreichend schnelle und vor allem unterbrechungsfreie, stabile Verbindung ins Internet.

Zu den bereits existierenden Spiele-Streaming Anbietern wie PlayStation Now, GeForce Now oder xCloud, gesellt sich nun Stadia (Plural von Stadium) von Google.

Neben den genannten Hardwarevoraussetzungen, benötigt man natürlich ein Google Konto mit E-Mailadresse. Eure Daten wie z.B. wer, wann, was, wie oft, wie lange, mit wem und wo spielt werden also zwangsläufig zu den sicherlich bereits vorhanden Daten von eurem Android Smartphone, Gmail-Konto und Chrome-Browserverlauf in eurem Google-Profil gespeichert und miteinander verknüpft.

Fragt euch, ob ihr das wollt!

Das Mindestalter für ein Google Konto wurde übrigens von 13 auf 16 Jahre angehoben! Falls ihr jünger seid, müssen eure Eltern über die Family Link App ein Konto für euch anlegen.

Für "mehr" Spiele-Erlebnis wird ein kostenpflichtiges Abo für 9,99 € pro Monat benötigt. Diese setzt auch in der eigentlich kostenlosen Probezeit das Hinterlegen eines gültigen Zahlungsmittels voraus, was Google zu noch mehr Informationen über dich verhilft.

Auch wenn ihr Stadia nicht mehr nutzt, bleiben diese Daten in eurem Google Konto gespeichert. Google begründet dies mit der Möglichkeit, das Spielen für einen Zeitraum zu unterbrechen, ohne dass die Spielstände bzw. Einkäufe verloren gehen.

Als Anbieter kann Google die Stadia-Nutzungsbedingungen jederzeit ändern oder den Dienst ganz einstellen. Was dann mit den gekauften Spielen und Add-Ons geschieht ist offen. Derzeit wird jedenfalls keine "Take-Out-Funktion" angeboten.

Mehr Informationen:
wikipedia.org