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Der Big Brother Award 2019 geht an ...

Quelle: ollis_picture / pixabay.com Lizenz

Wie jedes Jahr wurde auch 2019 der Big Brother Award verliehen. Der Preis „kürt“ die Datensünder und Schädiger von Privatsphäre, er wird auch der „Oscar für Datenkraken“ genannt. „Preisträger“ ist dieses Jahr unter anderem die Firma „Precire“, die Sprachanalysen zur Ermittlung von Emotionen und Belastbarkeit von Bewerbern im Rahmen von telefonischen Vorstellungsgesprächen vornimmt. Aber auch in Callcentern kommt diese Form der „künstlichen Intelligenz“ zum Einsatz: Hier soll die Software angeblich in der Lage sein, herausfinden, ob ein Anrufer verärgert ist, bei der Meldung eines Versicherungsschadens die Unwahrheit sagt oder gerade in der richtigen Stimmung ist, um ihm ein Vertragsangebot zu unterbreiten. Ob die zum Einsatz kommenden Algorithmen tatsächlich funktionieren und damit überhaupt geeignet ist, um u.a. als Lügendetektor verwendet zu werden, ist wissenschaftlich umstritten.

Aber auch das Bundesland Hessen darf sich „freuen“, zum zweiten Mal hintereinander den Preis zu erhalten: Zur Abwehr terroristischer Vorhaben führt im Auftrag der hessischen Landesregierung die US-amerikanische Firma Palantir polizeiliche Daten und Daten aus Sozialen Netzwerken als „vorausschauende Polizeiarbeit“ zusammen. Besonders kritisch ist, dass Palantir dem FISA-Act unterliegt, der sie gegebenenfalls verpflichtet ist, mit den US-Geheimdiensten zusammenzuarbeiten.

Ziel des Preises ist es, auf Datenschutzdefizite hinzuweisen und negative Entwicklungen aufzuzeigen. Seit 1998 werden in mehreren Kategorien Behörden, Unternehmen und Organisationen ausgezeichnet, die die Privatsphäre anderer nachhaltig beeinträchtigt haben.

Mehr Informationen:
heise.de
bigbrotherawards.de