Startseite  >> detail

Auch Social-Media-Konten zählen zum Erbe

Quelle: Tim Bennett / unsplash.com CC0

Der Bundesgerichtshof (BGH) hat gestern ein Grundsatzurteil zum Erbrecht an digitalem Besitz gefällt. Die Mutter eines im Jahr 2012 verstorbenen 15-jährigen Mädchens hatte gegen Facebook geklagt, da das Unternehmen das Konto nach dem Tod der Tochter in den sogenannten „Gedenkzustand“ versetzt hatte. Damit sind die Accounts sozusagen eingefroren und ein Zugriff ist auch mit den Zugangsdaten nicht mehr möglich. Da die Umstände des Todes nicht aufgeklärt werden konnten, lebten die Eltern in Ungewissheit, ob es sich bei dem Tod ihrer Tochter um einen Unfall oder um Suizid gehandelt hat. Facebook hatte sich unter Berufung auf den Schutz des persönlichen Austauschs über das Netzwerk geweigert, die Kommunikationsinhalte an die Eltern herauszugeben. Der BGH urteilte nun aber, es gäbe keinen Grund, digitale Inhalte anders zu behandeln, als Briefe oder Tagebücher. Der Absender einer Nachricht könne zwar darauf vertrauen, dass diese an ein bestimmtes Nutzerkonto gehe, nicht aber an eine bestimmte Person. Erben haben es damit einfacher, die Kommunikation von Verstorbenen einzusehen.

 

Weitere Informationen:
Tagesschau.de

bundesgerichtshof.de