Startseite  >> detail

WhatsApp: Liest das BKA mit?

Quelle: arivera / pixabay.com Lizenz

Bisher konnten Sicherheitsbehörden die Kommunikation von Kriminellen über Messengerdienste nur anhand von staatlicher Spionagesoftware überwachen, was mit großem Aufwand verbunden war.

Eine Recherche von BR und WDR soll nun aber zeigen, dass das BKA bereits seit Jahren in der Lage sei, WhatsApp-Chats zu überwachen, und zwar ohne Spionagesoftware einsetzen zu müssen. Tatsächlich handelt es sich bei der Methode, die dafür verwendet wird, um eine reguläre WhatsApp-Funktion: Die Beamten nutzen das Web-Interface des Messengers, um die Chats der Zielperson mitzulesen. Das ist allerdings nur möglich, wenn sie kurzzeitig Zugriff auf das entsperrte Handy der betroffenen Person hatten. Erst dann können die WhatsApp-Chats mit dem Web-Client verbunden und synchronisiert werden, sodass die Beamten die Nachrichten in Echtzeit mitlesen können.

Allerdings ist Voraussetzung, dass ein Zugriff auf das entsperrte Handy der Zielperson, um einen im PC-Browser angezeigten QR-Code zu scannen, damit die WhatsApp-App des Handys mit dem Browser verknüpft wird. Dies mag ein Grund dafür sein, dass Sicherheitsbehörden diese Methode bislang kaum eingesetzt haben. Um eine massentaugliche Anhörmethode dürfte es sich damit nicht handeln.

Mehr Informationen:
tagesschau.de
heise.de
t3n.de
verbraucherzentrale.de