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Online-Unterricht so privat wie das Klassenzimmer

Quelle: HaticeEROL / pixabay.com Lizenz

Im Homeschooling mit Videokonferenzen ist es nicht immer leicht festzustellen, ob man wirklich nur im Klassenverband ist, oder ob Andere sich unbemerkt zuschalten. So gab es in den letzten Wochen einige Zwischenfälle, bei denen sich unberechtigte Dritte in Online-Unterricht hinzugeschaltet hatten und belauscht, gestört oder auch Straftaten verübt haben. Immer wieder kam es zu Vorfällen, in denen beispielsweise von den Störern pornografisches Material oder volksverhetzende Symbole gezeigt wurden. Die Polizei kann in diesen Fällen wegen Straftaten ermitteln und die IP-Adressen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten – eine Anonymität gibt es also nicht. Auch die Laptops, Handys oder Tablets der Störer werden dann manchmal zu Ermittlungszwecken eingezogen. Viele Schulen verwenden daher für die Nutzung von Videokonferenzsystemen Vertraulichkeitsverpflichtungen, die zum Beispiel auch die Weitergabe der Logindaten oder Zugangslinks klar als verboten benennen. Ein Verstoß dagegen kann für die entsprechenden Schülerinnen und Schüler also sowohl schulische Sanktionen bis hin zu strafrechtlichen Anklagen nach sich ziehen.

Dass auch Eltern sich an die entsprechenden Vertraulichkeitsverpflichtungen halten müssen, zeigt ein Fall aus Hamburg. Dort wurde ein Vater nun zu 1.750 € Schadensersatz verurteilt, weil er sich unerlaubterweise heimlich in ein Gespräch zwischen seiner Tochter und der Lehrerin hinzuschaltete und die Schule später mit Aussagen der Lehrerin aus dem Gespräch konfrontierte.

Es gilt also für den Online-Unterricht das Gleiche wie für das Klassenzimmer – nur wer da am Unterricht teilnehmen dürfte, darf auch online dabei sein.

Mehr:
Störer im Online-Unterricht auf heise.de
Vater belauscht Gespräch auf spiegel.de