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Corona-Warn-App kommt

Quelle: viarami / pixabay.com Lizenz

Schon seit längerer Zeit ist eine App zur Nachverfolgung von Covid-19-Fällen in Planung, die Nutzer darüber informieren soll, ob sie Kontakt zu infizierten Personen hatten. Im Wesentlichen geht es darum, die Gesundheitsämter bei positiv Getesteten mit der Kontaktverfolgung zu entlasten. Man geht davon aus, dass Infektionsketten über die Corona-Warn-App schneller durchbrochen werden können, als dies bei einer Kontaktermittlung durch die Gesundheitsämter der Fall ist. Je mehr Personen die App nutzen, desto größer ist dabei der vermutete Nutzen. Um die Akzeptanz zu erhöhen, erfolgt die Nutzung auf freiwilliger Basis. Die Kontaktinformationen werden nicht zentral auf einem Server, sondern dezentral auf dem Endgerät gespeichert. Zudem ist die Software Open Source, was bedeutet, dass der Quellcode der App öffentlich einsehbar ist.

Besonders wichtig für die Akzeptanz ist natürlich die Wahrung der Nutzer-Anonymität, weswegen beim Verwenden der App unter anderem keine Standortdaten erhoben werden. Auch auf dem zentralen Server werden lediglich die IDs der Mobilgeräte gespeichert und nicht etwa, wer mit wem Kontakt hatte. Außerdem muss sichergestellt werden, dass staatliche Stellen, wie etwa die Polizei, keinen Zugriff auf die App-Daten haben dürfen.

Einige Datenschutzbeauftragte und auch der TÜV, der die App geprüft hat, halten sie für datenschutzkonform; andere sehen dies kritisch:
Laut der Technischen Universität Darmstadt ist es Angreifern beispielsweise möglich, Bewegungsprofile von App-Nutzern zu erstellen und diese gar zu identifizieren. Darüber hinaus sei es möglich, gesammelte Kontaktinformationen so zu manipulieren, dass die Zuverlässigkeit des Kontaktverfolgungssystems beeinträchtigt wird. Von einigen Politikern wird außerdem gefordert, dass die Nutzung der Corona-App gesetzlich geregelt werden sollte. Nur so könne man die freiwillige Verwendung der App sicherstellen.

Mehr Informationen:
tagesschau.de
heise.de
bfdi.bund.de
handelsblatt.com
tu-darmstadt.de

Funktionsweise der Corona-App erklärt:
süddeutsche.de