Startseite  >> detail

Apple will ein Update einführen, um verdächtige Fotos auf kinderpornografische Inhalte zu durchsuchen

Quelle: JESHOOTS-com / pixabay.com Lizenz

Apple-Geräte und -Dienste sollen künftig Bilder, auf denen kinderpornografische Inhalte zu sehen sind, erkennen. Sollte tatsächlich solches Material entdeckt werden, würde Apple dies an die zuständigen Behörden melden.

Der US-Technologiekonzern kündigte an, entsprechende Funktionen durch Updates der Betriebssysteme einzuführen. Dies gelte aber zunächst aus rechtlichen Gründen nur für US-Kundschaft. Die Funktion selbst ist aber schon fester Bestandteil des Betriebssystems.

Nach dem Update sollen Geräte von Apple insbesondere Bilder mit kinderpornografischem Inhalt erkennen und melden. Dies gilt auch für Bilder, die in die iCloud hochgeladen werden. Hierzu werden die Bilder mit einer Liste von bereits bekanntem Material abgeglichen. Auch hält Apple es für ein wünschenswertes Ziel, wenn diese Funktionalität künftig auch Entwicklern von Dritt-Apps zur Verfügung gestellt werden könnte.

Außerdem sollen Eltern künftig die Möglichkeit haben, eine Warnung zu erhalten, wenn ihr Kind über iMessage nicht jugendfreie Fotos erhält oder verschickt. Dies soll dabei von der Software automatisch erkannt werden, Apple selbst würde hiervon nichts erfahren. Apple plant solche Fotos unscharf zu machen und kindliche Nutzer zu warnen.

Was sich zunächst als sinnvolle Maßnahme im Kampf gegen Kinderpornografie anhört, könnte jedoch auch Nachteile für die Privatsphäre der Nutzer haben. Datenschützer sehen in dem Vorhaben eine potenzielle "Hintertür", die von Regierungen oder anderen Gruppen ausgenutzt werden könnte. Denn während staatliche Stellen für solche Online-Durchsuchungen regelmäßig eine richterliche Genehmigung bedürfen, räumt sich Apple das Recht, Endgeräte durchsuchen zu dürfen, quasi selbst ein. Auch Edward Snowden hat daher kritisch zu den Plänen geäußert: „If they can scan for kiddie porn today, they can scan for anything tomorrow.“ („Wenn sie heute nach Kinderpornografie scannen können, können sie morgen nach allem Möglichen scannen.“).

Mehr:
Edward Snowden auf twitter.com
spiegel.de
zdf.de
tagesspiegel.de
heise.de