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Selfies & Co.

Immer wieder kommt es wegen Fotos zu Problemen mit Persönlichkeitsrechten. Nicht jeder Schnappschuss sollte unbedingt verbreitet werden. Was erlaubt ist und was man besser lassen sollte, findet ihr auf dieser Seite.

Das Recht am eigenen Bild
Quelle: Klasse Plus

Darf man Menschen einfach fotografieren und diese Bilder veröffentlichen?

In den meisten Fällen ist das nicht erlaubt. In Ordnung ist es, wenn die Person nicht identifizierbar ist. Auch beim Fotografieren einer Sehenswürdigkeit, bei der sich Personen so im Bild befinden, dass sie keine Bedeutung für das Bild haben, können Menschen ohne Erlaubnis fotografiert werden.

Foto der Milleniumsbridge in London, im Hintergrund St. Paul
Das Bild zeigt eine Brücke, im Hintergrund ist eine Kirche. Auf der Brücke befinden sich Menschen. Diese sind auf dem Foto lediglich Beiwerk und dürfen daher fotografiert werden. Foto: CC0.

Prominente dürfen in der Öffentlichkeit fotografiert werden. Im Rahmen der Berichterstattung kann auch auf öffentlichen Veranstaltungen fotografiert werden. Unter Umständen kann der Veranstalter das Anfertigen und Veröffentlichen von Aufnahmen untersagen, dies ist häufig bei kostenpflichtigen Events der Fall.

Grundsätzlich ist es ratsamer, sich vor dem Fotografieren die Erlaubnis der Abgebildeten zu holen.

Infografik zur Veröffentlichung von Fotos. Zusammenfassung der Grafik: Veröffentliche nur Fotos, mit deren Veröffentlichung die abgebildeten Personen einverstanden sind, die niemandem Schwierigkeiten bereiten und die man auch den Eltern zeigen würde. Denk
Copyright: commonsense.org
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Mehr Infos, was erlaubt ist und was nicht, findest du hier:

Broschüre "Bildrechte, Fotos und Lizenzen in der Praxis" (THM)
Folien „Fotos veröffentlichen“ inklusive Beispielen aus der Rechtsprechung (LfDI RLP)

Was ist bei Aufnahmen auf der Straße zu beachten?

Bei Aufnahmen auf der Straße gilt in Deutschland die Panoramafreiheit. Werke, die dauerhaft öffentlich zugänglich sind, dürfen fotografiert werden. („Zulässig ist, Werke, die sich bleibend an öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen befinden, mit Mitteln der Malerei oder Grafik, durch Lichtbild oder durch Film zu vervielfältigen, zu verbreiten und öffentlich wiederzugeben. Bei Bauwerken erstrecken sich diese Befugnisse nur auf die äußere Ansicht.“ §59 UrhG)
Das ist jedoch nicht in jedem Land üblich, wie diese Karte zeigt:

Europa-Karte, welche die Panoramafreiheit in den jeweiligen Ländern darstellt.
Quelle: Maximilian Dörrbecker (CC-BY-SA)
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Was verraten meine Bilder?

Deine Bilder enthalten eine Menge an Daten, die von Computern ausgelesen werden können. Dazu gehören der genaue Zeitpunkt der Aufnahme, das Modell der Kamera und teilweise sogar der Ort, an dem das Foto gemacht wurde. Auch diese Daten werden beim Hochladen der Bilder übertragen und können so Informationen über dich verraten.

Bei Windows-PCs kannst du diese Informationen mit einem Rechtsklick auf die Datei unter „Eigenschaften“, „Details“ ansehen und entfernen.

Wie sicher sind Anwendungen mit Selbstzerstörungsfunktion?

Bei Anwendungen mit Selbstzerstörungsfunktion (z.B. Snapchat) wird das Bild in der App nach einem eingestellten Zeitraum nicht mehr angezeigt. Es ist jedoch möglich, Screenshots zu machen oder das Display abzufotografieren. Sofern die App nicht Ende-zu-Ende-Verschlüsselung unterstützt, können die Bilder auch beim Versand abgefangen werden. Verzichte daher besser auf freizügige Aufnahmen.

Veröffentlichen von Daten auf der Schulhomepage

Fast jede Schule unterhält mittlerweile eine eigene Homepage, auf der sie Informationen über die Schule bereithält. Sollen personenbezogene Daten im Internet veröffentlicht werden, ist immer zu berücksichtigen, dass die Informationen weltweit jedem zur Verfügung stehen, also nicht von einer beschränkten Öffentlichkeit, wie z. B. bei Schuldokumentationen, ausgegangen werden kann. Unterhält eine Schule eine eigene Homepage, so gilt für das Einstellen personenbezogener Daten ins Internet Folgendes:

Bei Eltern und Schülern muss stets die Einwilligung zur Veröffentlichung von Daten im Internet vorliegen. Etwas anderes gilt für Mitglieder der Schulelternvertretung und der Schülervertretung (nicht aber für Klasseneltern- und Klassenschülersprecher): Namen und Funktionen dürfen hier auch ohne Einwilligung veröffentlicht werden, weil sie die Institution Schule nach außen vertreten.

Das Nennen von Namen in Berichten im Internet über besondere Ereignisse ist ebenfalls nur dann ohne Einwilligung des Betroffenen zulässig, wenn derjenige in seiner Eigenschaft als Funktionsträger der Schule an diesem Ereignis teilhatte. Andernfalls bedarf es wiederum der Einwilligung.

Hinweisschild Fotografierverbot
Quelle: © Dieter Schuetz / pixelio.de

Fotos dürfen nur mit Einwilligung der abgebildeten Personen (bei Minderjährigern der Eltern) veröffentlicht werden. Verstöße hiergegen sind nach dem Kunsturheberrechtsgesetz sogar strafbewehrt. Ausnahmen vom Einwilligungserfordernis sieht dieses Gesetz nur vor, wenn Personen als "Beiwerk" neben einer Örtlichkeit (z.B. Schulgebäude) abgebildet werden oder es sich um Bilder von "Versammlungen, Aufzügen und ähnlichen Veranstaltungen" handelt, an denen die Personen teilgenommen haben. Unter den letztgenannten Punkt können auch schulische Veranstaltungen (z.B. Sportfeste, Schulfeste, Tag der offenen Tür) fallen.

Unproblematisch ist die Veröffentlichung von Fotos lediglich dann, wenn die Abgebildeten nicht erkennbar sind, beispielsweise wenn Fotos einer Webcam, die in ausreichender Höhe Aufnahmen vom Schulhof fertigt, ins Netz gestellt werden.

Vorsicht bei Selfies aus dem Urlaub!

Urlaubszeit ist Selfie-Zeit. Hier einige Tipps zum Datenschutz bei Urlaubsfotos und Videos:

- Auch wenn Justin Bieber seinen „Allerwertesten“ auf Instagram veröffentlicht hat: Stelle keine Nacktbilder von dir ins Netz! Verfremde dich mit Sonnenbrille und Sonnenhut oder nutze Apps, die Gesichter oder Körperteile auf Fotos verpixeln.

- Freizügige Aufnahmen, die du deiner Freundin oder deinem Freund schickst, können dir früher oder später wieder begegnen; auch wenn du vermeintliche Selbstzerstörungs-Funktionen wie bei Snapchat genutzt hast. Außerdem: NSA-Mitarbeiter tauschen untereinander Nacktbilder wie du früher Pokemon-Karten.

- Bevor du Fotos oder Videos von anderen auf Instagram oder Facebook veröffentlichst, musst du diese Personen um Erlaubnis fragen.

- Bilder, die dem Ansehen der Person erheblich schaden können, dürfen überhaupt nicht gepostet werden. Du machst dich sonst strafbar!

- Im Bild hinterlegte Metadaten geben Auskunft über deinen momentanen Aufenthaltsort. Für potentielle Einbrecher eine nützliche Information!

- Melde unangenehme Bilder über die Hilfe-Funktion des Anbieters, bei jugendschutz.net oder bei der Polizei.